Neuer Rekord: 44 Deutschlandstipendien an der HCU – 25 von waterfront-Mitgliedern

Zum bereits sechsten Mal vergab die HCU Hamburg das Deutschlandstipendium für den Förderzeitraum von zwei Semestern. Die Förderung in Höhe von 300 Euro monatlich soll besonders leistungsstarke und engagierte Studierende beim Studium unterstützen: sie wird zu gleichen Anteilen gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Förderern der HCU Hamburg zur Verfügung gestellt.

Die HCU Hamburg konnte die Anzahl der Geförderten insgesamt von zuletzt 24 auf 44 Studierende erneut erheblich steigern. Auf die Anzahl der Studierenden in Regelzeit bezogen, steht die HCU Hamburg mit einer Förderquote von ca. 2,5 % über dem Bundesdurchschnitt und erzielt gleichzeitig den Spitzenwert unter den staatlichen Hamburger Hochschulen. Ein ganz große Rolle spielt dabei der Förderverein der HCU: allein 25 Stipendien konnten durch die großzügige Unterstützung von waterfront-Mitgliedern vergeben werden.

Maßgeblich und seit Beginn fördert die Henri Benthack Stiftung dreizehn Stipendien für die Studierenden der HCU Hamburg. Dr. Hesse und Partner Ingenieure stellen bereits zum vierten Mal ein Stipendium zur Verfügung. Mit ihrer dritten Teilnahme an dem Förderprogramm haben die Europa Center AG Uwe Heinrich Suhr Stiftung und die Ingeborg Suhr Stiftung ihr Engagement auf insgesamt acht Förderungen erhöht. Zum zweiten Mal engagieren sich mit einem Stipendium in diesem Jahr WTM Engineers. Erstmalig unterstützt mit Heinke Sanders auch eine Privatperson zwei Studierende.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten aus allen Studiengängen der HCU Hamburg erhielten im Juni bei einer feierlichen Verleihung persönlich ihre Urkunden durch die Förderer und HCU-Präsident Dr.-Ing. Walter Pelka. Gefördert wird damit auch der nachhaltige Kontakt zwischen Stipendiaten und Förderern – ebenfalls ein Anliegen des Deutschlandstipendiums.

Für die Stipendien hatten sich insgesamt 100 Studierende beworben. In einer Jurysitzung wurden die Siegerinnen und Sieger gekürt. Ausschlaggebend waren neben guten Noten und Studienleistungen auch weiche Kriterien wie fachliches Engagement, die Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, Migration und internationale Mobilität sowie das erfolgreiche Meistern von Hindernissen im eigenen Lebens- und Bildungsweg.

Herzlichen Glückwunsch an die Stipendiaten, und vielen Dank an die Förderer!

Die Bundeskanzlerin an der HafenCity Universität Hamburg

Drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg diskutierten am 18. und 19. Juni Vertreterinnen und Vertreter von fast 200 Organisationen aus der Zivilgesellschaft ihre Forderungen an die Weltpolitik. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel kam zum Gipfel an die HCU um die Abschlusserklärung entgegen zu nehmen.

Die 350 Teilnehmenden von Organisationen der Zivilgesellschaft aus rund 50 Ländern diskutierten beim Civil20-Gipfel (C20) an der HCU Hamburg am Sonntag und Montag in Workshops und Gesprächsrunden ihre Positionen zu Themen wie Umwelt, Klima, Landwirtschaft, Gesundheit oder Geschlechter-Gerechtigkeit, die sie in der Abschlusserklärung für die G20-Regierungschefs zusammenfassten.

„Ich glaube, dass gerade in schwierigen internationalen Zeiten es eine Chance ist, gemeinsame Interessen zu finden“, kommentierte Angela Merkel ihre Erwartungen an den G20-Gipfel am 7. und 8. Juli. „Das ist allemal besser, als in nationalen Alleingängen seine Möglichkeiten zu suchen.“

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beim Eintrag in das Gästebuch der HCU

Derzeit hat Deutschland die G20-Präsidentschaft. Die Bundesregierung bat das Forum für Umwelt und Entwicklung sowie den Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe, den C20-Prozess zu koordinieren. Im Vorfeld dieses G20-Gipfels sei die Zivilgesellschaft mehr als jemals zuvor gefragt worden, sagte Maike Röttger, Geschäftsführerin des Kinderhilfswerks Plan International Deutschland (Hamburg) der Deutschen Presse-Agentur. „Wir führen das auf den Einfluss der Kanzlerin zurück.“ Diese starke Einbeziehung sei etwas Besonderes. „Denn der Raum für Zivilgesellschaft in der Welt wird immer kleiner.“ Plan International hatte den Co-Vorsitz einer der sechs internationalen C20-Arbeitsgruppen übernommen, die ihre Empfehlungen zu globalen Problemen an die G20 erarbeiteten.

Zu den weiteren Teilnehmenden des Gipfels gehörten nach Angaben des Civil20-Sekretariats in Berlin der Naturschutzbund Deutschland, der Bund für Umwelt und Naturschutz, Greenpeace, die Kindernothilfe, Brot für die Welt und die Robert Bosch Stiftung. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien waren vor Ort.

Civil 20 ist eines von sieben Dialogforen der G20. Bis auf Science20 (Halle/Saale) fanden in diesem Jahr alle in Berlin statt. Der Hamburger Senat setzte sich dafür ein, dass das Dialogforum C20 direkt in der G20-Gipfelstadt stattfindet und hat die HCU Hamburg als Veranstaltungsort vorgeschlagen.

Drei neue Professuren in der HCU-Architektur

Interdisziplinär, forschungsstark und dabei praxisnah – die HCU Hamburg hat im vergangenen Jahr sechs erfolgreiche Architektinnen und Architekten gesucht, die neue Perspektiven in Forschung und Lehre einbringen. Drei der Professuren konnten zum Sommersemester 2017 im Studienprogramm Architektur begrüßt werden: Prof. Christoph Heinemann übernimmt die Professur „Architektur und Stadt“, Prof. Mona Mahall „Architektur und Kunst“ und Prof. Antje Stokman „Architektur und Landschaft“.

Christoph Heinemann ist neuer Professor für „Architektur und Stadt“

Prof. Christoph Heinemann beschäftigt sich mit den Fragen und Ansprüchen, die die Stadt politisch, sozial und räumlich an Architektur stellt: Wie muss Architektur beschaffen sein, um in der Stadt „aufgehen“ zu können?

Neben der Professur „Architektur und Stadt“ arbeitet Christoph Heinemann in der Architektengruppe ifau (Institut für angewandte Urbanistik), die er 1998 direkt im Anschluss an sein Architekturstudium an der RWTH Aachen und der École d’Architecture de Paris la Villette gemeinsam mit Susanne Heiß und Christoph Schmidt gegründet hat. Bis 2009 war er zudem am Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen an der Fakultät für Architektur, Bauingenieurwesen und Stadtplanung der BTU Cottbus tätig.

Mit ifau hat Heinemann diverse Projekte für Kulturinstitutionen realisiert, so den Umbau des Palais Thinnfeld in Graz, The Showroom in London sowie Projekträume des Goethe-Instituts und den Umbau des Artists Space in New York. ifau beschäftigt sich zudem intensiv mit partizipativen Wohnformen und kostengünstigem Wohnungsbau. In Kooperation mit Jesko Fezer und Heide & von Beckerath konnte 2012 das gemeinschaftliche Wohnprojekt R50 realisiert werden, ein weiteres Wohnprojekt, das verschiedene Nutzungen und Wohnformen mischt wird derzeit fertiggestellt.

Heinemann versteht Architektur als Ort alltäglicher Handlungen und Verhandlungen und entwickelt aneignungsoffene Räume, die vielfältige Interpretationen und unterschiedliche Gebrauchsmuster zulassen: „Alternativen für den Wohnungsbau zu schaffen bedeutet Verfahren und Räume zu entwerfen, die Akteuren und zukünftigen Nutzern Beteiligung und Teilhabe ermöglichen.“

Prof. Mona Mahall lehrt und forscht an der HCU zu Architektur und Kunst

Mona Mahall untersucht als Professorin für „Architektur und Kunst“ Architektur im Verhältnis zur kritischen und reflexiven Praxis der Kunst. In unterschiedlichen Medien und Formaten, vor allem in Ausstellungen, Installationen, Typologien und Texten entwickelte sie in der Vergangenheit bereits Projekte, die bestehende, künstlerische wie architektonische Positionen erfassen und in die technologische Gegenwart übersetzen. Mahalls Arbeiten werden international ausgestellt und publiziert, darunter die Istanbul Design Biennale (2016), das Art Center Los Angeles (2015) oder Shenzhen Bi-City Biennale of Urbanism/Architecture (2015). Als Co-Editorin gibt sie seit 2007 das internationale Magazin „Junk Jet. Magazine on Architecture, Art, and Media“ heraus. Mahall hat über spekulative Entwurfsstrategien in der Moderne promoviert. Sie hat als Professorin für Grundlagen der Gestaltung und Experimentelles Entwerfen an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, sowie für Architektur an der Cornell University gelehrt.

Ausgehend von ihrer Praxis beginnt Mona Mahall ihre Zeit an der HCU Hamburg mit einem Lehrprojekt, das sich mit flüchtigen Strukturen und prekären städtischen Prozessen auseinandersetzt. In Kooperation mit dem Architekturmuseum der Pinakothek der Moderne in München werden Studierende zeitgleiche, aber ungleiche temporäre Phänomene wie das Oktoberfest, einen thailändischen Markt auf einem Bahngleis oder das Burning Man Festival untersuchen. Ziel ist die Erforschung neuer Geschwindigkeiten der Architektur in der globalisierten Welt, sowie die Reflexion und Projektion damit verbundener Vorstellungen von Technik, Leben, Material und Gemeinsamkeit.

Von großer Bedeutung ist Mahall der Austausch mit den Nachbardisziplinen Kultur der Metropole und Stadtplanung, um Perspektiven auf städtische Prozesse zu erweitern. In diesem Austausch liegt für Mahall das große Potential der HCU: „Die HCU hat als eine der wenigen Hochschulen Interdisziplinarität strukturell verankert, um komplexen urbanen Prozessen forschend wie entwerfend gerecht zu werden.“

Antje Stokman übernimmt die Professur „Architektur und Landschaft“

Ab dem Sommersemester 2017 wird Antje Stokman als Professorin für „Architektur und Landschaft“ Strategien der Gestaltung urbaner Landschaften an der HCU Hamburg entwickeln. Zuletzt war Stokman Professorin und Leiterin des Instituts für Landschaftsplanung und Ökologie an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart.  Als Forscherin, praktizierende Landschaftsarchitektin und Mitglied der interdisziplinären Plattform „Studio Urbane Landschaften“ entwickelte sie seit 2005 vielfältige nationale und internationale Forschung-, Praxis- und Lehrprojekte im Spannungsfeld von Klimawandel, Urbanisierungsdruck und Freiraumentwicklung in Städten wie Hamburg, Changde, Lima und Cairo. Für ihre Arbeiten erhielt sie im Jahr 2009 den Niedersächsischen Wissenschaftspreis als herausragende Nachwuchswissenschaftlerin und den 2011 den internationalen Topos Landscape Award. Wichtige Erkenntnisse aus ihren Forschungs-, Lehr- und Praxisprojekten präsentiert sie im Rahmen der von ihr ko-kuratierten laufenden Gruppenausstellung „draussen. Landschaftsarchitektur auf globalem Terrain“in der Pinakothek der Moderne in München (bis August 2017).

Als Landschaftsarchitektin ist Antje Stokman der festen Überzeugung, dass eine zukunftsweisende Entwicklung urbaner Lebensräume bedeutet, die Anforderungen des ökosystemaren Landschaftshaushalts, die nachhaltige Entwicklung der Infrastruktursysteme und die ästhetische Stadt- und Landschaftsgestaltung zu integrieren. Hamburg stellt für Stokman als „grüne Stadt am Wasser“ ein perfektes Lehr- und Forschungslabor für landschafts- und wasserbezogene Strategien des Bauens und der Metropolenentwicklung dar. „Die Landschaftsarchitektur bietet eine wichtige konzeptionelle Folie für die Suche nach neuen landschaftlichen Ausdrucksformen, Gestaltungslösungen und Organisationsstrukturen, die als ‚grüne Infrastruktur‘ eine zunehmend wichtigere gesellschaftlich-politische Bedeutung bekommen. Hier liegen große Zukunftsaufgaben vor uns – direkt vor unserer Haustür, wie auch international.“

2.000 Teilnehmende in Hamburg beim „March for Science“

Mehr als 2.000 Menschen haben sich am vergangenen Samstag auf dem Rathausmarkt versammelt, um beim „March for Science“ für die Werte freier Wissenschaft zu demonstrieren – darunter auch zahlreiche Studierende und Mitarbeitende der HCU Hamburg.

Der Hamburger March for Science ist Teil einer weltweiten Bewegung, die ihren Ursprung in den USA hat. In mehr als 600 Städten weltweit fanden am „World Earth Day“ am 22. April Märsche statt, um auf die Bedeutung wissenschaftlicher Forschung als Grundlage für die gesellschaftliche Entwicklung aufmerksam zu machen. In Deutschland gab es an 22 Orten Demonstrationen, zu denen nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen waren. Zahlreiche Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen unterstützen die Märsche.

Marina Brink, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der HCU ist Teil des Organisationsteams des March for Science und hat die Kundgebungen moderiert: „Mit den Märschen wollen wir nicht nur zeigen, dass die Freiheit der Wissenschaft als demokratisches Grundprinzip gewährleistet bleiben muss. Wir wollen auch ein Zeichen der Solidarität gegenüber Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern setzen, die durch politische Rahmenbedingungen in ihrem Grundrecht auf freie Lehre und Forschung beschränkt werden. Wir freuen uns sehr über die große Aufmerksamkeit und dass so viele Menschen unserem Aufruf gefolgt sind!“

„Make Science, not War“, „Wer nichts weiß, muss alles glauben“ oder „Forschen statt Faken“ – kreativ zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Gestaltung von Schildern und Bannern. Der Hamburger March for Science startete auf dem Hamburger Rathausmarkt und setzte sich dann über den Jungfernstieg und Gänsemarkt in Richtung Universität Hamburg fort. Nach der Abschlusskundgebung präsentierten dort  junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei einem Science Slam unterhaltsam und verständlich ihre aktuellen Forschungsprojekte.

 

„Wenn ich mit der U-Bahn fahre und Endstation ist die HafenCity Universität, dann habe ich ein gutes Gefühl!“

HCU-Hochschullehrer und waterfront-Mitglied Bernd Kritzmann geht in den Ruhestand

Nach über 70 Semestern und 35 Jahren Lehrtätigkeit im Bauwesen verlässt Professor Dr.-Ing. Bernd Kritzmann die HafenCity Universität Hamburg (HCU) und wurde zum Ende des Wintersemesters 2016/2017 feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Professor Kritzmann hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mit hohem Engagement für die Hochschule, seinen Studiengang Architektur und die Studierenden eingesetzt. Im Interview spricht er über die HCU, seine akademische Laufbahn und den zukünftigen Ruhestand.

 

Herr Professor Kritzmann, Sie blicken auf über 35 Jahre Lehrtätigkeit zurück ­- wie sieht die persönliche Bilanz ihrer akademischen Laufbahn aus?

Ich blicke mit großer Freude und mit Stolz auf meine akademische Laufbahn. Ich habe über 70 Semester und 35 Jahre in der Lehre gearbeitet und schaue nun auf über 50 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauwesen zurück. Durch meine Mitarbeit und die vielfältigen Tätigkeiten im wissenschaftlichen Bereich hatte ich das Glück, die gesamte Entwicklung von Hamburger Hochschulen in den letzten 25 Jahren – und natürlich speziell die der HafenCity Universität Hamburg – mitzubekommen. Von Beginn an war ich an jedem Schritt unserer jungen Hochschule beteiligt: von der Namensgebung bis zum Spatenstich für unseren Neubau. Es war eine sehr intensive und spannende Zeit. Über Hamburg hinaus verfüge ich heute über ein Netzwerk in ganz Deutschland, Europa und darüber hinaus.

 

Sie sind seit der Planung und der Gründung ein Teil der HCU. Wie wird die HCU Ihrer Einschätzung nach von anderen Hochschulen gesehen bzw. wie lässt sie sich in die deutsche Hochschullandschaft verorten?

Die HCU wurde in ihrer Gründungsphase von der gesamten Hochschullandschaft in der Bundesrepublik – und auch in der Schweiz und in Österreich – sehr stark beobachtet. Eine Verschmelzung von Fachhochschule, Universität und Kunsthochschule zu einer Hochschule war etwas völlig neues. Die HCU ist und war auf jeden Fall ein Innovationsschub. Alle Beteiligten, zu denen auch ich zählte, hatten die Möglichkeit eine Universität mitaufzubauen. Der gesamte Prozess wurde sehr stark von außen unter die Lupe genommen, und dabei auch kritisch gesehen. Die HCU hat sich aber fest in der Hochschullandschaft etabliert und wir haben einiges auf dem Weg gebracht. Hervorzuheben wäre beispielsweise die Kooperation mit dem MIT (Massachusetts Institute of Technology) und unserem City Science Lab. Das ist wirklich eine tolle und einmalige Sache. Die HCU ist mittlerweile auch bei den Protagonisten in der Stadt und in der Metropolregion Hamburg fest verankert und angesehen.

 

Wie sieht Ihr persönliches Bild von der HCU aus?

Die HCU hat einen sehr guten Weg hinter sich, es gibt sehr viele positive Aspekte und ich habe hier unglaublich gerne gearbeitet. Bei Wettbewerben zeigt sich deutlich die Qualität der HCU, da unsere Studierenden reihenweise Preise und Auszeichnungen gewinnen und immer vorne mit dabei sind. Aber natürlich gibt es da noch mehr Potenzial und wir können definitiv noch eine Schippe drauf legen. Die HCU braucht Menschen und Fachkräfte, die nachrücken. Es muss immer eine Weiterentwicklung und Innovationen geben. Die Ansätze und Problemlösungen der jungen Menschen müssen dabei miteinfließen. Die Hochschule ist auch ein Lebens- und Aufenthaltsraum, das kann noch mehr genutzt und gefördert werden. Was ich der HCU ins Buch schreiben würde: Vernetzt euch noch mehr intern – die noch bessere Vernetzung unserer einzelnen Studiengänge birgt weiteres Potenzial. Sonst fühle ich mich nach wie vor sehr wohl in unserem schönen Gebäude und in unserer Hochschule. Wenn ich mit der U-Bahn fahre und Endstation ist die HafenCity Uni, dann ist das schon ein gutes Gefühl!

 

Über 70 Semester waren Sie für Ihre Studierenden da. Was wird Ihnen am meisten fehlen?

Das kann ich natürlich jetzt noch nicht absehen. Ich hatte in der Regel 200 Studierende pro Semester und man ist sehr viel im direkten Kontakt mit den Studierenden: Vorlesungen, Forschungsprojekte sowie der soziale und fachliche Austausch in der Sprechstunde. Wahrscheinlich werden mir am meisten die vielen Menschen fehlen, die ich immer um mich brauche und die ich jeden Tag in der HCU um mich hatte. Ich habe schon meiner Frau gesagt, dass wir reichlich Feste feiern müssen, um viele Menschen einzuladen, weil ich das einfach brauche. Das werde ich wirklich vermissen. Ich habe in den Jahre über 5000 Architekten mitausgebildet. Wichtig war mir in all den Jahren immer die Lehre an der HCU, für Studierende da zu sein und mich mit einzubringen. Gleichzeitig war es auch immer ein Ansporn für mich die fachliche Expertise und Kompetenz zu behalten und „dranzubleiben“. Das hat mir in den vielen Semestern eine Menge Spaß bereitet.

 

Haben Sie ein persönliches Highlight unter den vielen Projekten, die Sie in den letzten 35 Jahren betreut haben?

Zu den Highlights zählen sicherlich die über 30 Exkursionen: Ich war mit meinen Studierenden in Nepal, den USA, in Frankreich und Italien sowie in vielen anderen Ländern. Wir haben den Studierenden auch außergewöhnliche Angebote wie eine „architektonische“ Fahrradtour durch Mecklenburg-Vorpommern direkt nach der Wende ermöglicht. Ich habe weiterhin große Freude am Verreisen und meine Frau und ich werden auch in der Zukunft weiterhin viel reisen. Ich werde auch weiterhin Architektur-Fotos machen. Wenn ich alles zusammenrechne, dann habe ich von all den Exkursionen, Reisen und Seminaren bestimmt über 2 Terrabyte Fotos.

 

Seit Anfang April sind Sie nun im wohlverdienten Ruhestand. So wie man Sie kennt, wird Ihr Eintritt in den Ruhestand kein endgültiger Abschied von der Architektur sein. Was machen Sie in Zukunft?

Ich werde der Architektur in verschiedenen Funktionen weiter erhalten bleiben: Ich berate weiterhin den Akkreditierungsverbund für Studiengänge der Architektur und Planung (ASAP), da ich in meiner gesamten Laufbahn alle deutschsprachigen Universitäten und Hochschulen und die jeweiligen Architekturabteilungen kennengelernt habe. Zudem bin ich nach wie vor im Vorstand von Barrierefrei Leben e.V. und in verschiedenen beratenden Tätigkeiten für die Freie und Hansestadt Hamburg aktiv. In meiner Freizeit werde ich mich meinem größten Hobby, der Malerei, widmen. Ich gehöre seit 1998 der Hamburger Aquarellwerkstatt an und bin Mitglied eines Gemeinschaftsateliers.