Hamburger Kooperation erfolgreich im europäischen Wettbewerb

Im neuen Innovation-Action-Projekt „MICADO – Migrant Integration Cockpits and Dashboards“, das am 1. Januar 2019 gestartet ist und knapp 4 Jahre läuft, agieren die städtischen Projektpartner Freie und Hansestadt Hamburg, einschließlich des Urban Data Hub, das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und die HCU gemeinsam. Die innovativen Datendienste und Kommunikationsformen von MICADO zielen auf einen gleichberechtigen Austausch zwischen Migrantinnen und Migranten, den jeweiligen Verwaltungen sowie Nichtregierungsorganisationen und sollen so den Ankommens- und Teilhabeprozess in urbanen Gemeinschaften verbessern. MICADO wird in Antwerpen, Bologna, Hamburg und Madrid pilotiert und startet mit einem Kickoff-Meeting in Brüssel in die erste Projektphase. Das CityScienceLab der HafenCity Universität Hamburg (HCU Hamburg) ist hierbei Leadpartner. Maßgeblich beteiligt an dem Projekt sind die waterfront-Mitglieder Prof. Dr. Gesa Ziemer, Leiterin des CityScienceLab, und Prof. Dr.-Ing. Jörg Rainer Noennig.

Prof. Dr.-Ing. Jörg Rainer Noennig, Professor für Digital City Science am CityScienceLab der HCU Hamburg: „MICADO setzt konzeptionell das Projekt Finding Places fort, bei dem es 2016 um die räumliche Integration von Geflüchteten in Hamburger Stadtteilen ging. MICADO erweitert den Fokus zum einen inhaltlich, indem auch Sprache, Bildung und Arbeit als Erfolgsfaktoren für die Integration in urbane Gemeinschaften betrachtet werden, zum anderen geographisch und kulturell, da im EU-weiten Projektkonsortium nun auch andere Städte und Länder eingebunden werden, die mit neuen digitalen Werkzeugen die Herausforderungen der Migration meistern wollen.“

M.A. Claudia Günther, Senatskanzlei: „Unser Ziel ist es, vielfältige öffentliche Dienste und Integrationsangebote der Stadt miteinander zu verknüpfen. Auch zivilgesellschaftlichen Akteuren wollen wir die Möglichkeit geben, sich in MICADO mit zu vernetzen. Migrantinnen und Migranten erhalten dadurch einen besseren Überblick über und niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten für eine bestmögliche Integration. Damit uns das gelingt, haben wir mit dem Urban Data Hub einen tatkräftigen Partner an unserer Seite, der die Potenziale städtischer Daten sichtbar machen wird.“

Dr. Christina Boll, Forschungsdirektorin und Projektleiterin MICADO am HWWI: „An einer schnellen und möglichst umfänglichen Integration der Migrantinnen und Migranten haben nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Aufnahmegesellschaft ein großes Interesse. Denn nur eine diverse Gesellschaft, in der alle Talente ihren Platz finden, kann auf Dauer ökonomisch erfolgreich sein. MICADO ist ein vielversprechender Ansatz für Forschung und Anwender gleichermaßen.“

Migration ist heute Teil der urbanen Realität und stellt Städte und Kommunen vor die Herausforderung, den Ankommensprozess auf eine Weise zu gestalten, die positive Effekte von Migration herausstellt und unterstützt. Durch den Einsatz neuer Technologien im Datenmanagement und leicht zugänglicher audiovisueller Oberflächen soll MICADO eine technische Lösung bieten, um Ankommens- und Teilhabeprozesse effizienter zu gestalten. Diese Systeme sollen die Kommunikation mit und zwischen Kommunalverwaltungen erleichtern sowie den Zugang zu relevanten Informationen und Diensten vereinfachen. Hierfür werden sowohl bestehende als auch neu erhobene Daten und Informationen miteinander verbunden.

MICADO ist im EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 angesiedelt und wird vom CityScienceLab der HCU Hamburg koordiniert. Das Konsortium besteht aus 15 Partnern aus fünf EU-Ländern, darunter Forschungsinstitute, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen.

Förderhinweis:
Das Projekt MICADO wird aus dem EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 822717 gefördert.