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Experimentelles Entwerfen: Prof. Matthias Ballestrem neu in der Architektur

Zum Wintersemester 2017/18 verstärkt Prof. Matthias Ballestrem die Architektur an der HCU Hamburg, er wird im Fachgebiet „Experimentelles Entwerfen“ forschen und lehren.

 

Matthias Ballestrem studierte Architektur an der TU Berlin und dem SCI-Arc in Los Angeles. Nach der Mitarbeit in verschiedenen Architekturbüros ist er seit 2006 in der Entwurfslehre tätig, unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Berlin, als Dozent im Programm „Global Architecture and Design“ der CIEE in Berlin, als Gastprofessor der Cornell University in New York, USA und am Institut für Architektur der TU Berlin. 2011 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom.

Matthias Ballestrem beschäftigt sich mit der Wechselbeziehung zwischen Architektur und menschlichem Nervensystem. Er hat über implizit visuelle Raumwahrnehmung promoviert: „Ich bin davon überzeugt, dass Entwerfen bislang zu wenig als eine Methode der Wissensgenerierung und Lösungsfindung qualifiziert wurde. Insbesondere das experimentelle Entwerfen bietet die Möglichkeit, Lösungen für Problemstellungen intuitiv über die spezifische Sprache der Architektur, den Raum, zu entwickeln. Dafür gilt es in den nächsten Jahren in internationaler Zusammenarbeit mit anderen Architekturhochschulen geeignete Kategorien und Qualitätskriterien weiter zu entwickeln. Dieses Profil der Professur will ich an der HCU in Lehre und Forschung stärken.“

Urbane Fußabdrücke: Wie Städte Verantwortung für Klima- und Ressourcenschutz übernehmen

Urbane Infrastrukturen und Lebensstile verursachen den Großteil weltweiter Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbräuche. Sie hinterlassen globale Fußabdrücke. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute bereits in Städten, bis zum Jahr 2050 ist ein Anstieg auf etwa zwei Drittel zu erwarten. Dabei sind Städte als Orte der Innovation nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung im Klima- und Ressourcenschutz. Ein neues Forschungsprojekt der Rechtswissenschaftlerin Dr. Cathrin Zengerling an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) erkundet verantwortliche Steuerungsmodelle urbaner ökologischer Fußabdrücke. Acht Städte in acht Ländern erforscht die Wissenschaftlerin mit einem interdisziplinären Team vor Ort. Das innovative Projekt wird durch ein Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung gefördert.

 

Der Klimawandel und die voranschreitende Ausbeutung natürlicher Ressourcen stellen die gesamte Welt vor enorme Herausforderungen. Internationale Vereinbarungen weisen städtischen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und Ressourcenverbrauchs eine immer größere Bedeutung zu. Doch trotz dieses Bedeutungsgewinns der Städte als Akteure, gibt es international weder etablierte Steuerungsmodelle noch weithin akzeptierte Bilanzierungsmethoden.

„Städte werden als Akteure in der Klima- und Ressourcenpolitik immer wichtiger und präsenter. Um sie zuverlässig in Steuerungsprozesse einbinden zu können, ist es wichtig, international stark unterschiedliche Handlungsspielräume zu verstehen“, so Zengerling.

Disziplinäre Grenzen der Rechtswissenschaften und Stadtforschung überwindend, soll das Forschungsprojekt „Urban Footprints – Towards Greater Accountability in the Governance of Cities‘ Carbon and Material Flows“ (Urban Footprints – Auf dem Weg zu mehr Verantwortung in der Steuerung städtischer Kohlenstoff- und Materialflüsse) sowohl eine Wissensbasis, eine Analyse von Chancen und Herausforderungen sowie Empfehlungen für gestärkte, verantwortungsvolle Steuerungsprozesse urbaner Fußabdrücke erarbeiten. Die Vision des interdisziplinären Forschungsprojektes sind Städte, die zukünftig mehr Verantwortung für ihre ökologischen Fußabdrücke übernehmen und klima- und ressourcenbewusst handeln.

In fünf Projektjahren untersucht das Team der HCU-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler die urbanen Fußabdrücke von acht – bisher vorläufig ausgewählten – Städten in acht Ländern vor Ort: Shanghai (China), Delhi (Indien), Los Angeles (USA), São Paulo (Brasilien), Lagos (Nigeria), Kairo (Ägypten), Toronto (Kanada) und Hamburg.

Unterstützung erhält das Team um Zengerling über den Projektzeitraum hinweg durch das renommierte Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung in Höhe von rund 800.000 Euro.

„Das Freigeist-Fellowship ermöglicht es uns, ein kleines interdisziplinäres und interkulturelles Forschungsteam aufzubauen und mehrmonatige Forschungsaufenthalte für Interviews, Erhebungen und Austausch vor Ort zu realisieren. Wir werden mehr als zwei Jahre auf fünf Kontinenten unterwegs sein“, so Zengerling.

Zur Person: Dr. Cathrin Zengerling

Cathrin Zengerling studierte Rechtswissenschaften in Münster, Madrid und Hamburg mit den Schwerpunkten Umwelt- und Planungs-, Europa- und Völkerrecht. Sie war als Referendarin unter anderem im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, in der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie bei den Vereinten Nationen in Genf tätig. 2006 erwarb sie den Abschluss Master of Laws an der University of Michigan, Ann Arbor, USA. Zwischen 2008 und 2011 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HCU Hamburg und promovierte zu einem internationalen umweltrechtlichen Thema an der Universität Hamburg. Seit Mai 2011 ist sie Rechtsanwältin und betreute zunächst in der Hamburger Kanzlei Günther Rechtsanwälte vor allem Mandate in den Bereichen des Energie-, Bau- und Umweltrechts. Seit November 2015 ist sie Habilitandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HCU Hamburg. Sie lehrt in den Studiengängen Stadtplanung und Resource Efficiency in Architecture and Planning (REAP) und forscht an der Schnittstelle von Recht, Umweltschutz und Stadtentwicklung.

Freigeist Fellowship der VolkswagenStiftung 

Die gemeinnützige VolkswagenStiftung fördert Forschungsvorhaben in allen Disziplinen. Im Rahmen wechselnder Förderinitiativen gibt sie der Wissenschaft gezielt Impulse. Ein Freigeist-Fellow – das ist für die Volkswagen-Stiftung eine junge Forscherpersönlichkeit, die neue Wege geht, Freiräume zu nutzen und Widerstände zu überwinden weiß. Ein Freigeist-Fellow erschließt neue Horizonte und verbindet kritisches Analysevermögen mit außergewöhnlichen Perspektiven und Lösungsansätzen. Das Angebot richtet sich an außergewöhnliche Forscherpersönlichkeiten, die sich zwischen etablierten Forschungsfeldern bewegen und risikobehaftete Wissenschaft betreiben möchten. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler mit bis zu vierjähriger Forschungserfahrung nach der Promotion erhalten mit diesem flexiblen Förderangebot die Möglichkeit, ihre wissenschaftliche Tätigkeit mit maximalem Freiraum und klarer zeitlicher Perspektive optimal zu gestalten.

Neuer Hochschulrat der HafenCity Universität Hamburg konstituiert

Die HCU Hamburg hat einen neuen, dritten Hochschulrat: In seiner konstituierenden Sitzung am 10. Juli 2017 wurde Dr. Ingrid Nümann-Seidewinkel einstimmig zur Ersten Vorsitzenden gewählt. Ebenfalls einstimmig wurde Prof. Dr.-Ing Sabine Baumgart von der TU Dortmund zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Waterfront-Mitglied Prof. Dr.-Ing. habil. Wolfgang Willkomm wurde als HCU-Vertreter im Hochschulrat bestätigt. Der Hochschulrat ist das Aufsichtsgremium der HCU Hamburg, seine Amtszeit beträgt vier Jahre.

Weitere Informationen zu den Mitgliedern des dritten Hochschulrats der HCU Hamburg.

Vierte Ausgabe des Formats „waterfront dialog“ ein voller Erfolg

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „waterfront Dialog“ von waterfront e.V. – Der Förderverein der HafenCity Universität Hamburg (HCU Hamburg) wurde zusammen mit den anwesenden Gästen die neue Veranstaltungsfläche im Caféteria-Bereich der HCU Hamburg eingeweiht. Neue Möbel und Gestaltungselemente sowie eine von der Hamburger Sparkasse (waterfront-Mitglied) geförderte Veranstaltungstechnik ermöglichen hier zukünftig flexible und maßgeschneiderte Formate und Veranstaltungen. Nach einer kurzen Begrüßung von Frauke Kasting (Referentin des HCU-Präsidenten und waterfront-Mitglied) und Jost Backhaus (waterfront e.V.) rundeten zwei Präsentationen über aktuelle und spannende Projekte der HCU Hamburg den Abend ab.

Tobias Holtz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Gesa Ziemer (waterfront-Mitglied), präsentierte das CityScienceLab der HCU Hamburg, eine Kooperation mit dem Media Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston. Das internationale „Digital City Science Lab“ ist ein Zentrum für Grundlagenforschung und angewandte Forschung auf dem Feld der digitalen Stadtentwicklung. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen die Wechselwirkung von Stadt und Digitalisierung. An den rechnergestützten Simulationssystemen werden komplexe städtische Zusammenhänge für die Zusammenarbeit zwischen Experten und Nicht-Fachleuten veranschaulicht. Für das Projekt FindingPlaces wurde im CityScienceLab im Auftrag der Stadt Hamburg eines dieser Modelle weiterentwickelt und mit Daten zu den Grundstücken im Hamburger Stadtgebiet hinterlegt, um so einen sachlichen Dialog über geeignete Flächen für Flüchtlingsunterkünfte zu ermöglichen. Zwischen Mai und Juli 2016 fanden 34 Workshops im CityScienceLab der HCU Hamburg statt, die von der steg Hamburg mbH moderiert wurden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln zudem weitere innovative Partizipationsmöglichkeiten für die Bürgerinnern und Bürger und  zukünftige Projekte für die Stadtgesellschaft sind geplant.

Im zweiten Teil des Abends präsentierte Prof. Dipl.-Ing. Christiane Sörensen (waterfront-Mitglied) einen Kurz-Film zur internationalen Summer School „The Rural in the City“, einer Kooperation mit Studierenden des Technions Haifa, die im Juli 2016 an der HCU Hamburg stattfand. Das „Sommer Studio“ widmete sich einem Phänomen, das im Zuge der globalen Urbanisierung immer mehr in den Vordergrund rückt: dem Spannungspotential des Ländlichen im Urbanen. Am Beispiel von Moorfleet, einem Gebiet im Süden Hamburgs, das durch seine charakteristische Mischung von Landwirtschaft, Industrie, Energieproduktion und Naherholung gekennzeichnet ist, setzten sich die Studierenden mit den ideellen und räumlichen Möglichkeiten der Koexistenz des Ländlichen im urbanen Kontext intensiv auseinander. Die Summer School war international ausgerichtet und in Workshops organisiert, die von Mentoren aus der Architektur, Stadtethnologie und Kunst geleitet wurden.

Nach den beiden Präsentationen wurden jeweils Fragen aus dem Publikum beantwortet. Im Anschluss an die Fragerunde ergaben sich bei einem gemütlichen Get-together mit Getränken und Snacks weitere Möglichkeiten für einen vertiefenden Austausch.

Neuer Rekord: 44 Deutschlandstipendien an der HCU – 25 von waterfront-Mitgliedern

Zum bereits sechsten Mal vergab die HCU Hamburg das Deutschlandstipendium für den Förderzeitraum von zwei Semestern. Die Förderung in Höhe von 300 Euro monatlich soll besonders leistungsstarke und engagierte Studierende beim Studium unterstützen: sie wird zu gleichen Anteilen gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Förderern der HCU Hamburg zur Verfügung gestellt.

Die HCU Hamburg konnte die Anzahl der Geförderten insgesamt von zuletzt 24 auf 44 Studierende erneut erheblich steigern. Auf die Anzahl der Studierenden in Regelzeit bezogen, steht die HCU Hamburg mit einer Förderquote von ca. 2,5 % über dem Bundesdurchschnitt und erzielt gleichzeitig den Spitzenwert unter den staatlichen Hamburger Hochschulen. Ein ganz große Rolle spielt dabei der Förderverein der HCU: allein 25 Stipendien konnten durch die großzügige Unterstützung von waterfront-Mitgliedern vergeben werden.

Maßgeblich und seit Beginn fördert die Henri Benthack Stiftung dreizehn Stipendien für die Studierenden der HCU Hamburg. Dr. Hesse und Partner Ingenieure stellen bereits zum vierten Mal ein Stipendium zur Verfügung. Mit ihrer dritten Teilnahme an dem Förderprogramm haben die Europa Center AG Uwe Heinrich Suhr Stiftung und die Ingeborg Suhr Stiftung ihr Engagement auf insgesamt acht Förderungen erhöht. Zum zweiten Mal engagieren sich mit einem Stipendium in diesem Jahr WTM Engineers. Erstmalig unterstützt mit Heinke Sanders auch eine Privatperson zwei Studierende.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten aus allen Studiengängen der HCU Hamburg erhielten im Juni bei einer feierlichen Verleihung persönlich ihre Urkunden durch die Förderer und HCU-Präsident Dr.-Ing. Walter Pelka. Gefördert wird damit auch der nachhaltige Kontakt zwischen Stipendiaten und Förderern – ebenfalls ein Anliegen des Deutschlandstipendiums.

Für die Stipendien hatten sich insgesamt 100 Studierende beworben. In einer Jurysitzung wurden die Siegerinnen und Sieger gekürt. Ausschlaggebend waren neben guten Noten und Studienleistungen auch weiche Kriterien wie fachliches Engagement, die Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, Migration und internationale Mobilität sowie das erfolgreiche Meistern von Hindernissen im eigenen Lebens- und Bildungsweg.

Herzlichen Glückwunsch an die Stipendiaten, und vielen Dank an die Förderer!