Olympic City: ein neuer Stadtteil am Südufer der Elbe?

Viele Interessierte am Thema im Hörsaal 150 der HCU

Viele Interessierte am Thema im Hörsaal 150 der HCU

Im Rahmen der Reihe „Spiele im Dialog“ – im Vorfeld der Entscheidung der Mitglieder des DOSB am 21. März, ob sich Berlin oder Hamburg um die Spiele 2024 und gegebenenfalls auch 2028 bewerben sollen – fand am 11. März an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) eine Diskussionsveranstaltung statt, in deren Mittelpunkt die baulichen und infrastrukturellen Herausforderungen standen, die bei dem Projekt Olympic City auf dem Kleinen Grasbrook entstehen könnten.

Zunächst gab der Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg, Prof. Dipl.-Ing. Jörn Walter, im Rahmen eines Impulsreferats Einblicke in die Perspektiven des potentiellen Olympiageländes. Dabei stellte er vor allem die Bedeutung von Olympischen Spielen als Baustein der Stadtentwicklung vor. Zentrale Themen in diesem Zusammenhang waren die Nähe des Olympiageländes zur Innenstadt, die Nachnutzung des Olympiageländes, die Spiele der kurzen Wege und der Sprung über die Elbe.

waterfront Mitglieder unter sich: Uwe Heinrich Suhr (EUROPA-CENTER AG, links im Bild) diskutiert mit Prof. Dr. Thomas Krüger (HCU)

waterfront Mitglieder unter sich: Uwe Heinrich Suhr (EUROPA-CENTER AG, links im Bild) diskutiert mit Prof. Dr. Thomas Krüger (HCU)

Darauf folgte die Präsentation der Ergebnisse eines Studienprojektes „Olympische Spiele in Hamburg: Lernen von guten und schlechten Beispielen“ im Masterstudium Stadtplanung an der HCU. Die Studierenden von Dr. Joachim Thiel hatten sich die Frage gestellt, wie Olympische Spiele der Stadtentwicklung dienen können. Ihr Fazit war, dass Olympische Spiele Stadtentwicklung zunächst nur beschleunigen. Das Erreichen eines langfristigen Nutzens setzt eine frühzeitige akribische Analyse der Rahmenbedingungen sowie darauf abgestimmte Planungen für die Spiele selbst, vor allem aber auch für die Zeit danach voraus. Für Hamburg fanden die Studierenden insgesamt erkennbare Ansätze, aber auch erhöhten Nachholbedarf, insbesondere bezogen auf das nachhaltige Funktionieren des neu zu schaffenden Stadtteils auf dem Kleinen Grasbrook und die langfristige Nutzung des Olympiastadions.

Auch die Medien wollten von Prof. Dr.-Ing. Jörn Walter wissen, was die Olympischen Spiele für Hamburg bringen könnten

Auch die Medien wollten von Prof. Dr.-Ing. Jörn Walter wissen, was die Olympischen Spiele für Hamburg bringen könnten

Im Anschluss diskutierte Moderator Julian Petrin mit Prof. Dr. Sophie Wolfrum, Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung (TU München), Prof. Dr. Thomas Krüger, Arbeitsgebiet Projektentwicklung und Projektmanagement in der Stadtplanung (HCU) sowie Professor Walter Vor- und Nachteile – insbesondere auch auf Grundlage der Erfahrungen in anderen Städten – einer Bewerbung für Hamburg. Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die Lage vis-à-vis der HafenCity ein wichtiges Potenzial darstellt, das den dauerhaften Erfolg der Olympic City begünstigt, und dass die Olympischen Spiele eine einmalige Gelegenheit bieten, diesen besonderen Standort für die Stadtentwicklung zu mobilisieren. Frau Professor Wolfrum wies darüber hinaus darauf hin, dass Hamburg durch die Erfahrung mit der HafenCity auch über die notwendige Expertise zur Entwicklung eines neuen Stadtteils auf ehemaligem Hafengebiet verfüge. Professor Krüger teilte ihre Einschätzung, wies aber warnend darauf hin, dass „der Blick allein“ keinen Stadtteil macht. Er forderte daher, die Entwicklung der Olympic City auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen und sie nicht als Insel, sondern in enger Verknüpfung mit ihrer Umgebung entstehen zu lassen.

In seiner Begrüßung wies HCU-Präsident Dr.-Ing. Walter Pelka auf die jüngsten Umfragewerte hin, wonach sich 64% der Hamburger für Olympische Spiele in der Hansestadt ausgesprochen haben. Eine Mehrheit, die sich auch im Beifall aus dem Publikum für den engagierten Einsatz von Professor Walter für Olympische Spiele in Hamburg bemerkbar machte.