BMVI-Forschungsprojekt „BEMUDA“ an der HCU Hamburg startet: Besser entscheiden mit unsicheren Daten

Das Forschungsprojekt BEMUDA an der HafenCity Universität Hamburg (HCU Hamburg) entwirft ein Rahmenkonzept, das Erfassung, Speicherung und Visualisierung der Unsicherheitsinformationen von raumbezogenen Daten darstellt. Ziel ist die prototypische Umsetzung in ein Open-Source Software-Tool, das auch Nutzerinnen und Nutzern ohne Geoinformatik-Expertise eine einfache Berücksichtigung von Unsicherheitsinformationen ermöglichen soll. Das einjährige Projekt wird im Rahmen der mFUND-Förderlinie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Das Projekt leitet waterfront-Mitglied Prof. Dr.-Ing. Jochen Schiewe und Martin Knura bearbeitet das Forschungsvorhaben. BEMUDA steht für „Besser entscheiden mit unsicheren Daten“.

Raumbezogene Daten werden zu vielfältigen Entscheidungen herangezogen. Dabei werden die Ergebnisse meist als eindeutige Werte dargestellt, wie z. B. die Anzahl der von einer Überflutung betroffenen und zu evakuierenden Personen. Andererseits ist Expertinnen und Experten sowie Nutzerinnen und Nutzern (mehr oder minder) bewusst, dass die Daten auch Unsicherheiten enthalten: Dies können z. B. Lagefehler von Hochwasserpegeln, oder auch ungenaue Ablesungen sein. Unsicherheiten entstehen aber nicht nur während der Datenerfassung, sondern auch bei der weiteren Prozessierung, der Verknüpfung mehrerer Datensätze oder bei der Darstellung in Karten. Letztlich haben diese Unsicherheiten einen wichtigen Einfluss auf die finale Entscheidungsfindung.

Prof. Dr.-Ing. Jochen Schiewe, Professur für Geoinformatik und Geovisualisierung, HCU Hamburg: „So paradox es klingen mag: Die Berücksichtigung von unsicheren Daten erlaubt am Ende sicherere Entscheidungen. Wir freuen uns, dass wir diese Herausforderung exemplarisch mit mFUND-Partnerprojekten angehen können.“

Die Förderlinie mFUND – Mobilitätsfonds des BMVI

Das BMVI hat die Förderlinie mFUND initiiert, um eine breite Nutzung und intelligente Vernetzung seiner Daten in innovativen Anwendungen zu ermöglichen. Es handelt sich hierbei vor allem um Geodaten mit thematischer Zuordnung zu den Themenfeldern des BMVI (z. B. Mobilitäts-, Umwelt- und Klimadaten). Ziel des Forschungsprogramms ist es, auf Basis der vom BMVI bereitgestellten Daten innovative Lösungsansätze und Anwendungen zu entwickeln und so die ökonomischen und gesellschaftlichen Potenziale für Anwendungen im Sinne „von Big Data zu Smart Data“ zu nutzen.

Mehr Informationen zum Forschungsprojekt BEMUDA.

Neuer Vorstand für waterfront e. V.

Neuer Vorsitzender des Vereins ist Prof. Dr. Bernd Dahlgrün. Bernd Dahlgrün ist Professor für Baukonstrunktion und Studiendekan des Bachelorprogramms Architektur. Neue Schatzmeisterin und Vorstandsmitglied des Vereins ist Patricia Hochgesand. Patricia Hochgesand ist Leiterin der Finanzabteilung an der HCU Hamburg. Schriftführerin und Vorstandsmitglied des Vereins bleibt Prof. Dr.-Ing. Annette Bögle (Entwurf und Analyse von Tragwerken, Bauingenieurwesen). Wir bedanken uns beim bisherigen Vorsitzenden Dr.-Ing. Walter Pelka und der bisherigen Schatzmeisterin Stephanie Egerland für ihre Tatkraft bei der Gründung des waterfront e.V. und den engagierten Aufbau des Fördervereins der HCU Hamburg. Dem neuen Vorstand wünschen wir viel Erfolg bei der Weiterführung des Vereins!

Internationales Landschaftsarchitektur-Symposium „Landezine LIVE“ an der HCU Hamburg

Am 13.10.2018, fand mit „Landezine 4 Live / Attitudes“ ein internationales Landschaftsarchitektur-Symposium an der HafenCity Universität Hamburg (HCU Hamburg) mit über 150 Teilnehmenden statt. „Landezine LIVE“ ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, die die weltweit meistbesuchte Internetplattform für Landschaftsarchitekten, www.landezine.com, organisiert. Auf dieser Veranstaltung trafen sich Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten, um sich mit aktuellen Themen und Herausforderungen auseinanderzusetzen und diskutierten in diesem Jahr über aktuelle Haltungen in der Landschaftsarchitektur. Die international renommierten Referentinnen und Referenten kamen aus den USA, Russland, Frankreich, Schweden, den Niederlanden, Kenia und Deutschland.

Der LILA – Landezine International Landscape Award, eine der renommiertesten Auszeichnungen für Landschaftsarchitektur- und Planung wurde in den Kategorien bestes Büro, bestes öffentliches Landschaftsprojekt und bester Garten des Jahres präsentiert. Die Preisträgerinnen und Preisträger sowie die Jurorinnen und Juroren präsentierten und diskutierten die eingereichten Beiträge und betteten sie im Rahmen des Symposiums in einen größeren Kontext von Planungspraxis und Theorie ein.

Als bestes Büro wurde „Strelka“, ein russisches Landschaftsarchitekturbüro, ausgezeichnet, welches das Image der öffentlichen Räume im ganzen Land verändert und interessante Tools entwickelt, um Städte besser zu verstehen. Für seine experimentellen Gestaltungsprozesse und als bestes öffentliches Landschaftsprojekt wurde der renommierte Landschaftsarchitekt Georges Descombes prämiert.

 

 

 

waterfront-Mitglied Prof. Antje Stokman, Architektur und Landschaft (HCU Hamburg): „Wir freuen uns sehr, dass unser Fachgebiet Gastgeber für renommierte Landschaftsarchitekten und Gäste aus aller Welt sein durfte. Gerade in Zeiten von Klimawandel, Urbanisierung und wachsenden sozialen Herausforderungen kommt der Landschaftsarchitektur eine zunehmend wichtigere gesellschaftliche Bedeutung zu und wir freuen uns, diese Themen an der HafenCity Universität und in Hamburg mit unseren Gästen und Studierenden diskutieren zu können.“

Zaš Brezar, Chefredakteur Landezine: Das ist bereits das dritte Landezine-Award Event. Die Beiträge zeigen ein großes Spektrum an bahnbrechender Landschaftsarchitektur und Freiraumgestaltung auf. Sowohl ökologische als auch soziale Aspekte der urbanen Regeneration waren vertreten, sowie das Projekt „L’Aire“, in dem ein renaturierter Fluss als Park für Natur- und Hochwasserschutz umgestaltet wurde oder die interdisziplinäre und strategische Herangehensweise des Landschaftsarchitekturbüros „Strelka“, das den Raum von Moskau nachhaltig verändert.

(Innen-)Städte in Transformationsprozessen: Havanna und Hamburg

Ende September begrüßten waterfront-Mitglied Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger und Sascha Anders (HCU Hamburg) Prof. Dr.-Ing. Uwe Altrock und Birte Biemann von der Universität Kassel und eine Gruppe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Universität Havanna und der Technischen Universität Havanna an der HCU Hamburg. Der bilaterale Workshop, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, setzt sich mit den unterschiedlichen städtischen Transformationsprozessen in Kuba und Deutschland hinsichtlich Wohnen, Gewerbe und Einzelhandel auseinander und ermöglicht einen wissenschaftlichen Austausch über mögliche Forschungsansätze und Kooperationen. Im November findet die zweite Workshopwoche in Havanna statt.

 

Exzellenzstrategie: HCU Hamburg mit drei waterfront-Mitgliedern an Klima-Exzellenzcluster CliCCS der Universität Hamburg beteiligt

Im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder hat der Hamburger Exzellenzcluster „Climate, Climatic Change, and Society“, kurz CliCCS, den Zuschlag von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten. An CliCCS, ein Forschungscluster unter Leitung der Universität Hamburg, arbeiten über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ihre jeweiligen Forschungsteams aus verschiedenen Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Metropolregion Hamburg zusammen. Die HafenCity Universität Hamburg (HCU Hamburg) ist mit den waterfront-Mitgliedern Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling, Prof. Dr. Martin Wickel und Dr. Cathrin Zengerling an CliCCS beteiligt.

 

CliCCS erforscht, wie sich das Klima ändert und mit ihm die Gesellschaft, die auf das Klima zurückwirkt. Der Cluster setzt sich aus drei Forschungsfeldern mit insgesamt 13 Projekten zusammen: Die HCU Hamburg arbeitet im Bereich der Dynamiken von Klima-Governance, zu Normen, Konflikten und entsprechenden Politikansätzen, zum Umgang mit klimabezogenen Unsicherheiten sowie zu Szenarien nachhaltiger Klimaanpassung in Stadtregionen und Küstenräumen. CliCCS wird einen „Hamburg Climate Futures Outlook“ veröffentlichen, der Fachwissen zu den wichtigen Klimathemen für Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung zur Verfügung stellt.

waterfront-Mitglied Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling: „CliCCS eröffnet der HCU Hamburg sieben weitere Jahre ambitionierte Forschung zu Klimawandel in Städten und Stadtregionen. Das Team der HCU Hamburg knüpft dabei an erfolgreichen Forschungsarbeiten der vergangenen Jahre an und freut sich auf eine engagierte Zusammenarbeit mit den Partnern aus dem Exzellenzcluster. Ein besonderes Augenmerk liegt für die HCU Hamburg darauf, welche innovativen Ansätze die Stadt- und Regionalplanung zur Governance des Klimawandels beisteuern kann und welche Szenarien und Lösungsansätze für die Klimaanpassung, besonders im Bereich Wasser, denkbar sind.“

waterfront-Mitglied Prof. Dr. Martin Wickel: „Wir sind besonders froh, dass wir unsere Expertise für das Umwelt- und Planungsrecht in den Cluster einbringen können. Wir arbeiten schon seit längerem im Feld des Klimaschutzrechts, ein Rechtsgebiet, das noch im Entstehen begriffen ist. Der Austausch zwischen den beteiligten Disziplinen ermöglicht Erkenntnisse, die ansonsten nicht zu erzielen sind. Dabei nimmt die Fruchtbarmachung der Ergebnisse für die Praxis in Politik und Verwaltung einen zentralen Raum ein.“

Für die HCU Hamburg ermöglicht CliCCS, ambitionierte Forschungsfragen, die sich aus der eigenen langjährigen, erfolgreichen Klimaforschung ableiten, zu vertiefen und aus dem inter- und transdisziplinären Rahmen des Clusters zusätzliche Impulse aufzunehmen. Die HCU Hamburg ist Mitglied im KlimaCampus Hamburg, der Hochschulen, Forschungsinstitute, Bundes- und Landesbehörden mit Sitz in Hamburg und der Metropolregion vernetzt und Ausgangspunkt der Zusammenarbeit im Exzellenz-Cluster CliCCS ist. Beteiligt sind neben der Universität Hamburg und der HCU Hamburg, das Max-Planck-Institut für Meteorologie, das Helmholtz-Zentrum Geesthacht, das Deutsche Klimarechenzentrum und weitere wissenschaftliche Einrichtungen. Bei dem Projekt „Sustainable adaptation scenarios for urban areas – water from four sides“ liegt die Co-Leitung bei der HCU Hamburg.

CliCCS geht aus dem ehemaligen Klima-Exzellenzcluster „Integrated Climate System Analysis and Prediction“ (CliSAP) der Universität Hamburg hervor. Die „Exzellenzstrategie“, kurz ExStra, ist ein Forschungsförderungsprogramm des Bundes und der Länder, das den Wissenschaftsstandort Deutschland stärken und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern soll. Der Wettbewerb soll Hochschulen bei der wissenschaftlichen Spitzenforschung unterstützen und zur Profilbildung und Kooperation im Wissenschaftssystem beitragen.