Bootshaus+: Architektur-Studierende der HCU Hamburg in einem Boot mit dem Rendsburger Ruderverein

Mit Unterstützung von Architektur-Studierenden der HafenCity Universität Hamburg (HCU) wird der Rendsburger Ruderverein ein neues Bootshaus erhalten. Anstelle des baufälligen Vereinsgebäudes aus dem Jahre 1921 soll ein neues Sport- und Tourismuszentrum entstehen. Zwei Entwürfe der HCU-Studierenden wurden nun von der Jury ausgewählt.

Die Vorgaben für das neue Bootshaus des Rendsburger Rudervereins: In Modulbauweise sollen ca. 1.200 Quadratmeter Nutzfläche entstehen, die Platz für ein Vereinsheim, einen Gastronomie-Bereich und 14 Doppelzimmer für Gäste bieten. Eine Jury, in der neben HCU-Lehrenden Prof. Klaus Sill (waterfront-Mitglied) und Dipl.-Ing. Gerd Streng vom Arbeitsgebiet „Konzeptionelles Entwerfen und Gebäudelehre“ auch Ruder-Olympiasieger Lauritz Schoof saß, bewertete insgesamt zehn Beiträge von HCU-Studierenden. Gleich zwei Gewinner-Entwürfe wurden in der Jury-Sitzung am 7. November ausgewählt. Ob am Ende der Entwurf von Kim Ina Borchert und Anne Ruff oder Jonas Janke und Thorsten Hansen umgesetzt wird, ist derzeit noch offen.

Innovative Strategien für mehr Energieeffizienz in Städten: Internationales Projekt AREA 21 startet an der HafenCity Universität Hamburg

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der ambitionierten internationalen und nationalen Klimaschutzziele ist die Energiewende eine der größten Herausforderungen für die Städte und Regionen im Ostseeraum. Beim Projekt „AREA 21 – Baltic Smart City Areas for the 21st Century“ entwickeln Partner aus sechs Ländern unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling (waterfront-Mitglied) Strategien und Maßnahmen, um Energiesparpotenziale in Bestandsquartieren besser zu nutzen und so zu einem klimaneutralen Gebäudebestand und emissionsarmen Städten beizutragen.

Im Mittelpunkt von AREA 21 steht die Energieeffizienz von Bestandsquartieren. Der Fokus liegt dabei auf Mitwirkung und Kooperation der verschiedenen Beteiligten in den Planungs- und Umsetzungsprozessen. Die Partnerregionen und -städte entwickeln Strategien und Maßnahmen zur Umsetzung der kooperativen Energieplanung. Dabei werden bestehende Kooperationsmodelle und Governanceansätze zwischen öffentlicher Verwaltung und Energieversorgern analysiert und innovative Instrumente und Formate für die Mitwirkung von Gebäudeeigentümern und Bevölkerung in der Energieplanung und Umsetzung erprobt. Zu innovativen Kooperations- und Kommunikationsformen tragen unter anderem neue Informations- und Kommunikationstechnologien bei. Der Einsatz dieser „Smart Technologies“ bietet die Chance, eine aktivere und effizientere Beteiligung und Mitwirkung von Stakeholdern und Bevölkerung zu erreichen.

Projektpartner von AREA 21 sind Städte, Regionen, Forschungseinrichtungen und Energieunternehmen aus sechs Ostseestaaten: Die Fachhochschule Tampere (Finnland), die St. Petersburger Staatsuniversität „Peter the Great“ (Russland), die Stadt Kohtla-Järve (Estland), die Regionale Energieagentur Tartu (Estland), die Stadt Tampere (Finnland), die Region Skåne (Schweden), der Energieversorger Öresundkraft AB (Schweden), die Freie und Hansestadt Hamburg mit dem Bezirk Wandsbek (Deutschland) und die Stadt Lublin (Polen). Alle Partner bringen Erfahrungen aus den Bereichen Energieplanung, Bürgerbeteiligung und Strategieentwicklung in das Projekt ein.

AREA 21 startet mit einer Auftaktveranstaltung am 15. und 16. November an der HCU Hamburg. Die Vertreterinnen und Vertreter aus der Partnerinstitutionen und von assoziierten Organisationen werden sich über den Stand der Energiewende in den einzelnen Ländern und die damit verbundenen Herausforderungen für Strategien zur Energieeffizienz austauschen.

AREA 21 wird im Rahmen von INTERREG Baltic Sea Region gefördert, dem Programm der Europäischen Union zur Stärkung der europäischen territorialen Zusammenarbeit im Ostseeraum. Das Projekt AREA 21 läuft über drei Jahre bis 2020. Insgesamt beträgt das Budget 2,5 Millionen Euro. AREA 21 erhält Kofinanzierungen durch das finnische Umweltministerium und durch das Programm Territoriale Zusammenarbeit des deutschen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Eröffnung der Jahresausstellung 2017 an der HCU: Frische Ideen für Städte und Metropolen

Unter dem Motto „Science and the City – neue Ideen für die gebaute Umwelt“ eröffnete HCU-Präsident Dr.-Ing. Walter Pelka gemeinsam mit Kuratorin Prof. Dr. Lisa Kosok und dem neuen Hamburger Oberbaudirektor Franz-Josef Höing vor rund 300 geladenen Gästen die diesjährige Jahresausstellung der HafenCity Universität Hamburg (HCU). Noch bis zum 9. November präsentieren die Studierenden der HCU Hamburg ihre aktuellen Arbeiten und Projekte. Ob ökologisch, sozial, baulich, technisch oder kulturell – die Perspektiven und Ideen sind dabei so vielfältig wie das Bauen selbst.

Vor der feierlichen Eröffnung der Jahresausstellung wurde der Holcim Studienpreis zur Förderung wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlicher Verantwortung für die gebaute Umwelt und Metropolenentwicklung durch Prof. Dr. Harald Sternberg, Vizepräsident Lehre, vergeben. Im Anschluss an die Eröffnung führte Kuratorin Prof. Dr. Lisa Kosok die geladenen Gäste durch die Ausstellung. Die ehemalige Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte ist seit Oktober 2016 als Professorin für „Kulturerbe und Museumswissenschaften“ an der HCU Hamburg tätig und hat in diesem Jahr zum ersten Mal die Kuration der Ausstellung übernommen.

Dipl.-Ing. Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor der Ersten und Freien Hansestadt Hamburg:
„Die Herausforderungen und Fragen der zukünftigen Großstadtentwicklungen sind heute und in absehbarer Zeit so groß, dass es absolut zwingend ist, über die Stadt als Ganzes, als bauliches und gesellschaftliches Konstrukt gleichermaßen intensiv und grundsätzlich nachzudenken. Dabei spielen die Hochschulen aus meiner Sicht eine entscheidende Rolle.“

Dr.-Ing. Walter Pelka, Präsident der HafenCity Universität Hamburg:
„Die Jahresausstellung der HCU Hamburg spiegelt nicht nur den hohen Leistungsstand unserer Studierenden sondern auch den fachübergreifenden Ansatz der HCU in der Lehre und Forschung wider. Für Hamburg ist die Jahresausstellung auch eine willkommene Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Universität zu werfen und frische Ideen für aktuelle Problemstellungen in Bauen und Stadtentwicklung zu sehen.“

Prof. Dr. Lisa Kosok, Kuratorin der Jahresausstellung der HafenCity Universität Hamburg: „Die Jahresausstellung gibt einen repräsentativen Einblick in die Themenvielfalt der HCU: Wir zeigen Studierendenprojekte aus dem letzten Jahr von der Planung für Wohnraum in Flughafennähe, über partizipative Wohnprojekte mit Geflüchteten und Anwohnern, Entwürfe für den Erhalt von bedrohten Baudenkmälern wie dem City-Hof bis hin zu einem Kooperationsprojekt zu innovativen Ernährungsweisen in der Großstadt.“

Experimentelles Entwerfen: Prof. Matthias Ballestrem neu in der Architektur

Zum Wintersemester 2017/18 verstärkt Prof. Matthias Ballestrem die Architektur an der HCU Hamburg, er wird im Fachgebiet „Experimentelles Entwerfen“ forschen und lehren.

 

Matthias Ballestrem studierte Architektur an der TU Berlin und dem SCI-Arc in Los Angeles. Nach der Mitarbeit in verschiedenen Architekturbüros ist er seit 2006 in der Entwurfslehre tätig, unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Berlin, als Dozent im Programm „Global Architecture and Design“ der CIEE in Berlin, als Gastprofessor der Cornell University in New York, USA und am Institut für Architektur der TU Berlin. 2011 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom.

Matthias Ballestrem beschäftigt sich mit der Wechselbeziehung zwischen Architektur und menschlichem Nervensystem. Er hat über implizit visuelle Raumwahrnehmung promoviert: „Ich bin davon überzeugt, dass Entwerfen bislang zu wenig als eine Methode der Wissensgenerierung und Lösungsfindung qualifiziert wurde. Insbesondere das experimentelle Entwerfen bietet die Möglichkeit, Lösungen für Problemstellungen intuitiv über die spezifische Sprache der Architektur, den Raum, zu entwickeln. Dafür gilt es in den nächsten Jahren in internationaler Zusammenarbeit mit anderen Architekturhochschulen geeignete Kategorien und Qualitätskriterien weiter zu entwickeln. Dieses Profil der Professur will ich an der HCU in Lehre und Forschung stärken.“

Urbane Fußabdrücke: Wie Städte Verantwortung für Klima- und Ressourcenschutz übernehmen

Urbane Infrastrukturen und Lebensstile verursachen den Großteil weltweiter Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbräuche. Sie hinterlassen globale Fußabdrücke. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute bereits in Städten, bis zum Jahr 2050 ist ein Anstieg auf etwa zwei Drittel zu erwarten. Dabei sind Städte als Orte der Innovation nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung im Klima- und Ressourcenschutz. Ein neues Forschungsprojekt der Rechtswissenschaftlerin Dr. Cathrin Zengerling an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) erkundet verantwortliche Steuerungsmodelle urbaner ökologischer Fußabdrücke. Acht Städte in acht Ländern erforscht die Wissenschaftlerin mit einem interdisziplinären Team vor Ort. Das innovative Projekt wird durch ein Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung gefördert.

 

Der Klimawandel und die voranschreitende Ausbeutung natürlicher Ressourcen stellen die gesamte Welt vor enorme Herausforderungen. Internationale Vereinbarungen weisen städtischen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und Ressourcenverbrauchs eine immer größere Bedeutung zu. Doch trotz dieses Bedeutungsgewinns der Städte als Akteure, gibt es international weder etablierte Steuerungsmodelle noch weithin akzeptierte Bilanzierungsmethoden.

„Städte werden als Akteure in der Klima- und Ressourcenpolitik immer wichtiger und präsenter. Um sie zuverlässig in Steuerungsprozesse einbinden zu können, ist es wichtig, international stark unterschiedliche Handlungsspielräume zu verstehen“, so Zengerling.

Disziplinäre Grenzen der Rechtswissenschaften und Stadtforschung überwindend, soll das Forschungsprojekt „Urban Footprints – Towards Greater Accountability in the Governance of Cities‘ Carbon and Material Flows“ (Urban Footprints – Auf dem Weg zu mehr Verantwortung in der Steuerung städtischer Kohlenstoff- und Materialflüsse) sowohl eine Wissensbasis, eine Analyse von Chancen und Herausforderungen sowie Empfehlungen für gestärkte, verantwortungsvolle Steuerungsprozesse urbaner Fußabdrücke erarbeiten. Die Vision des interdisziplinären Forschungsprojektes sind Städte, die zukünftig mehr Verantwortung für ihre ökologischen Fußabdrücke übernehmen und klima- und ressourcenbewusst handeln.

In fünf Projektjahren untersucht das Team der HCU-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler die urbanen Fußabdrücke von acht – bisher vorläufig ausgewählten – Städten in acht Ländern vor Ort: Shanghai (China), Delhi (Indien), Los Angeles (USA), São Paulo (Brasilien), Lagos (Nigeria), Kairo (Ägypten), Toronto (Kanada) und Hamburg.

Unterstützung erhält das Team um Zengerling über den Projektzeitraum hinweg durch das renommierte Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung in Höhe von rund 800.000 Euro.

„Das Freigeist-Fellowship ermöglicht es uns, ein kleines interdisziplinäres und interkulturelles Forschungsteam aufzubauen und mehrmonatige Forschungsaufenthalte für Interviews, Erhebungen und Austausch vor Ort zu realisieren. Wir werden mehr als zwei Jahre auf fünf Kontinenten unterwegs sein“, so Zengerling.

Zur Person: Dr. Cathrin Zengerling

Cathrin Zengerling studierte Rechtswissenschaften in Münster, Madrid und Hamburg mit den Schwerpunkten Umwelt- und Planungs-, Europa- und Völkerrecht. Sie war als Referendarin unter anderem im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, in der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie bei den Vereinten Nationen in Genf tätig. 2006 erwarb sie den Abschluss Master of Laws an der University of Michigan, Ann Arbor, USA. Zwischen 2008 und 2011 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HCU Hamburg und promovierte zu einem internationalen umweltrechtlichen Thema an der Universität Hamburg. Seit Mai 2011 ist sie Rechtsanwältin und betreute zunächst in der Hamburger Kanzlei Günther Rechtsanwälte vor allem Mandate in den Bereichen des Energie-, Bau- und Umweltrechts. Seit November 2015 ist sie Habilitandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HCU Hamburg. Sie lehrt in den Studiengängen Stadtplanung und Resource Efficiency in Architecture and Planning (REAP) und forscht an der Schnittstelle von Recht, Umweltschutz und Stadtentwicklung.

Freigeist Fellowship der VolkswagenStiftung

Die gemeinnützige VolkswagenStiftung fördert Forschungsvorhaben in allen Disziplinen. Im Rahmen wechselnder Förderinitiativen gibt sie der Wissenschaft gezielt Impulse. Ein Freigeist-Fellow – das ist für die Volkswagen-Stiftung eine junge Forscherpersönlichkeit, die neue Wege geht, Freiräume zu nutzen und Widerstände zu überwinden weiß. Ein Freigeist-Fellow erschließt neue Horizonte und verbindet kritisches Analysevermögen mit außergewöhnlichen Perspektiven und Lösungsansätzen. Das Angebot richtet sich an außergewöhnliche Forscherpersönlichkeiten, die sich zwischen etablierten Forschungsfeldern bewegen und risikobehaftete Wissenschaft betreiben möchten. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler mit bis zu vierjähriger Forschungserfahrung nach der Promotion erhalten mit diesem flexiblen Förderangebot die Möglichkeit, ihre wissenschaftliche Tätigkeit mit maximalem Freiraum und klarer zeitlicher Perspektive optimal zu gestalten.