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Berufungsverfahren für sechs neue Architektur-Professuren an der HCU abgeschlossen

Ein halbes Jahr ist erst vergangen, seit das Präsidium der HCU beschlossen hat, das Fachgebiet Architektur massiv zu stärken. Sechs Architektur-Professuren wurden ausgeschrieben. Was ist seitdem schon passiert und wie läuft so ein Berufungsverfahren überhaupt ab? Ein Zwischenbericht.

16-06-10_HCU Dach (7)Das Anforderungsprofil: interdisziplinär, forschungsstark und dabei praxisnah. Die HCU sucht erfolgreiche Architektinnen und Architekten, die neue Perspektiven auf Forschung und Lehre einbringen können. Praktische Erfahrungen sollen die theoretische Reflexion ergänzen, weshalb im Januar dieses Jahres sechs halbe Stellen ausgeschrieben wurden: Die neuen Architektur-Professoren können neben der Tätigkeit an der Universität so ihre Büros weiter führen.

Prof. Gesa Ziemer, Vize-Präsidentin Forschung: „Wir suchen Architekten und Architektinnen, die forschen. Das passiert traditionell in der Architektur an Hochschulen noch zu wenig, dabei eignet sich gerade diese Disziplin hervorragend für interdisziplinäres Forschen, da neben gestalterischen und technischen Aspekten auch immer kulturelle Fragen stehen. Jede dieser neuen Professuren erhält daher auch eine Qualifikationsstelle, auf der promoviert werden soll.“

Die Berufungskommission hat insgesamt 381 eingegangene Bewerbungen gesichtet. Architektur und Kunst, Architektur und Experimentelles Entwerfen, Architektur und Baukonstruktion, Architektur und Experimentelles Konstruieren, Architektur und Stadt sowie Architektur und Landschaft lauten die Denominationen der neuen Professuren. Fünf bis sechs Architektinnen und Architekten wurden pro Stelle eingeladen, hochschulöffentlich einen Berufungsvortrag sowie eine Lehrprobe zu halten. Auch wenn dies mit dem Ablauf des Sommersemesters bereits erfolgt ist, dauert es bis zu einer finalen Entscheidung für einen Kandidaten oder eine Kandidatin noch etwas: Nach der Erstellung von Einzelgutachten und vergleichenden Gutachten wird eine Berufungsliste erstellt, die durch den Senat beschlossen wird. Erst nach den anschließenden Berufungsverhandlungen durch das Präsidium wird ein Ruf an die HCU erteilt.

IMG_9065„Sämtliche Kommissionsmitglieder – sieben in jeder Kommission einschließlich Kolleginnen und Kollegen anderer Universitäten, dazu 70 bis 80 aktive Studierende  in den Lehrproben, der Fachschaftsrat Architektur sowie die Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung der HCU engagieren sich intensiv, um die jeweils optimale Besetzung der einzelnen Stellen zu finden. Und dies so zeitnah wie möglich, damit die neuen Kolleginnen und Kollegen möglichst schon zum Wintersemester in das Lehrprofil der Architektur und die interdisziplinären Projekte der HCU integriert werden können“, so Prof. Klaus Sill, Dekan der Architektur und Leiter des Berufungsausschusses Architektur und Stadt. „Die neuen Berufungen sind ein guter Ausgangspunkt, um die Architektur an der HCU strategisch und inhaltlich weiterzuentwickeln.“

 

Viel Wissenschaft in und um die herbstliche HCU

IMG_2815_2Gemeinsame Aufgabe für Studierende aus der Architektur und dem Bauingenieurwesen unter den Anleitungen von Prof. Annette Bögle, Prof. Anne Rabenschlag und Prof. Florian Fink sowie den Lehrbeauftragten Lars Wittorf und Maurice Paulussen. Im „Interdisziplinäres Experiment – Brückenlastversuch“ hatten die einzelnen Gruppen zwei Wochen Zeit, um das Modell einer Brücke zu entwerfen und anzufertigen. Im Foyer Ost der HCU wurden die Brücken am 26. November vor großem Publikum geprüft. An die in interdisziplinären Gruppen entstandenen Brücken wurden große Gewichte angehängt und diese schrittweise erhöht. Einige der schönsten Konstruktionen trugen das Hundertfache ihres Eigengewichts.

Geo_2Vor der HCU und in der Speicherstadt waren in den letzten Tagen auch die Geomatik in der wissenschaftlichen Praxis unterwegs. Vom 25. bis 28. November hat das 5. Semester im Modul Ingenieur Geodäsie 1 eine Deformationsmessung simuliert. Dafür wurde um das HCU Gebäude ein Bezugsnetz gelegt und anschließend wurden Vermessungsmarken am Gebäude gemessen. Auch die Erstsemester waren unter der Woche mit verschiedenen Übungen an der Reihe, die mehrmals im Semester erfolgen. Auf dem Foto ist ein einfaches Nivellement (Messung von Höhenunterschieden zwischen Messpunkten) zu sehen.

Hydro_2Vom 24. bis 28. November fand für 7 Hydrographie-Studenten des 3. Semesters ein hydrografisches Praktikum auf dem 32 m langem Forschungsschiff Ludwig Prandtl statt. Das Forschungsschiff wird vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) betrieben, mit dem die HCU eine enge Kooperation betreibt. Auf der Elbe von Oortkarten bis Wedel – mit einem kurzen Stopp vor der HCU – wurden verschiedene Daten mit mehreren hydroakustischen Geräten gesammelt und prozessiert. In diesem Zusammenhang wurden geologische Proben entnommen, die Stärke und Richtung der Wasserströmung wurde gemessen, Sedimentschichten wurden gescannt, das Verhalten akustischer Signale im Wasser wurde analysiert und kontinuierlich wurden Wasserproben analysiert.