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Historikerin Lisa Kosok übernimmt Professur an der HCU

Historikerin Dr. Lisa Kosok wechselt ab dem Wintersemester 2016/17 als Professorin für „Kulturerbe und Museumswissenschaften“ an die HafenCity Universität Hamburg (HCU). Auch die Konzeption und Leitung eines Hamburger Forschungs-, Informations- und Aus-stellungszentrums für Architektur und Stadtentwicklung gehört zum neuen Aufgabenfeld der ehemaligen Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte.

Lisa Kosok erforscht Hamburger Tradition der Architektur und Stadtentwicklung an der HCU

Lisa KosokHamburg verfügt über wegweisende Stadtentwicklungs- und Architekturprojekte, die in ihrer Zeit nicht nur für Hamburg prägend waren, sondern auch internationale Entwicklungen maßgeblich beeinflussten. „Die Hamburger Tradition einer sich sozial verpflichtenden Moderne zu erforschen, zu reflektieren und in die öffentlichen Debatten einzubringen, ist mir ein besonderes Anliegen – nicht zuletzt deshalb, weil es sich in der besten Kontinuität zu meinen bisherigen Aufgaben befindet“, so Prof. Lisa Kosok über ihren neuen Tätigkeitsbereich.

Die aus dem Ruhrgebiet stammende Lisa Kosok trat 2008 das Amt der wissenschaftlichen Direktorin des Museum für Hamburgische Geschichte an, zugleich wurde ihr die Leitung der neu gegründeten Stiftung Historische Museen Hamburg übertragen. Vor ihrem Wechsel an die HCU Hamburg, war sie zuletzt 2015 als Gründungsdirektorin des Europäischen Hansemuseums in Lübeck tätig.

HCU-Präsident Dr.-Ing. Walter Pelka: „Dass wir mit Lisa Kosok eine so erfahrene und mit der Hamburger Geschichte bestens vertraute Historikerin gewinnen konnten, ist nicht nur eine sinnvolle inhaltliche Ergänzung, sondern eine persönliche Bereicherung des HCU-Professoriums. Auch der Aufbau eines Hamburger Archivs für Architektur und Stadtentwicklung an der HCU ist für uns ein wichtiger Schritt, der neue Impulse für die interdisziplinäre Forschung und Lehre an der Universität setzen wird.“

Eine Stimme des baukulturellen Erbes

Neben Ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit an der HCU Hamburg wird Lisa Kosok an der HCU auch mit der Konzeption eines Hamburger Forschungs-, Informations- und Ausstellungszentrum für Architektur und Stadtentwicklung betraut.

Lisa Kosoks Programm für den Start lässt sich am besten mit dem Stichwort ‚Vernetzung‘ beschreiben:

„Es geht mir zunächst einmal darum, die vielfältigen Aktivitäten zur Hamburger Stadt- und Baukultur, zur Stadtentwicklung und zur Denkmalpflege zu verknüpfen und für sie eine Plattform zu errichten. Ein geeigneter Ort wird hoffentlich auch bald gefunden sein.

Die verschiedenen Hamburger Architekturarchive, Museen, Universitäten und andere Institutionen beheimaten namhafte Nachlässe und Sammlungen zur Bau- und Stadtgeschichte. Alle übernehmen wichtige Aufgaben für den Erhalt des baukulturellen Erbes, die jeweils für sich wichtig sind. Diese Vielfalt könnte jedoch anstelle des Nebeneinanders ein wenig mehr Miteinander gebrauchen, um eine wirksame Stimme in der Stadtdebatte zu entfalten.“

HCU Orts-Begehungen zwischen Speicherstadt und Lohsepark offen für waterfont Mitglieder

Der Auftakt zum Lohsepark vor dem Eingang Ost der HCU

Der Auftakt zum Lohsepark vor dem Eingang Ost der HCU

Eines der Anliegen von waterfront e.V. ist es, eine Brücke zwischen Gesellschaft und Universität zu bilden. In diesem Rahmen erhalten die Fördermitglieder beispielsweise Zugang zu Themen und Personen der HCU. Im Sommersemester 2014 hat Christiane Sörensen, Professorin für Landschaftsarchitektur an der HCU und waterfront Mitglied, einige Orts-Begehungen innerhalb des Studienmoduls „Theorie der Landschaftsplanung“ auch für waterfront Mitglieder angeboten.

Ende Mai erläuterten Beth Galí und Rüdiger Würth vom Büro BB + GG Arquitects (Barcelona) auf einer Exkursion vom Magdeburger Hafen zum HCU Campus sowie in einer anschließenden Lesung die Gestaltung der Freiräume und insbesondere die Materialisierung der Bodenflächen in der HafenCity. Vom St. Annenplatz über den Dar-es-Salaam-Platz, an den Elbarkaden vorbei bis zum Buenos-Aires-Kai direkt vor der HCU haben BB + GG Arquitects ein Gesamtkonzept umgesetzt, in dem sich Farben und Materialien der Speicherstadt durch die gesamte HafenCity ziehen.

Die fachlichen Erläuterungen ermöglichten Einblicke in die Planung und Ausgestaltung der Freiflächen, die dem täglichen Passanten unter Umständen verborgen bleiben. So fragt sich der geneigte Betrachter beispielsweise, warum der St. Annenplatz so „dürftig“ mit Bäumen bepflanzt wurde – Rüdiger Würth erläuterte dazu, dass die denkmalpflegerische Planungsvorgabe an dieser Stelle eine möglichst uneingeschränkte Sicht auf die Fassaden der Speicherstadt gefordert hat.

Auf der Baustelle: exklusive Einblicke in Planung und Gestaltung

Auf der Baustelle: exklusive Einblicke in Planung und Gestaltung

Im Juni fand eine zweite Orts-Begehung statt: diesmal ging es um das Freiraumkonzept Lohsepark, der zurzeit auf der Fläche zwischen dem östlichen HCU Vorplatz und dem SPIEGEL Gebäude entsteht. Johannes Hügle vom Büro Vogt Landschaft (Zürich, London, Berlin) skizzierte die drei Bauabschnitte, die bis Ende 2016 fertiggestellt sein sollen. Den Auftakt des Lohseparks bildet dabei die Stufenanlage vor dem östlichen Eingang der HCU, mit der die Kai-Promenade auf historischer Höhe an das auf bis zu 8,40 Meter aufgeschüttete Hochwasserschutz-Niveau des Lohseparks angeschlossen wird.

Auf der Baustelle gewährte Johannes Hügle interessante Einblicke in die kommende Ausgestaltung des Lohseparks. Seit Wochen türmt sich ein Berg aus alten Baumstämmen auf dem Gelände – jetzt wissen die Exkursionsteilnehmer warum: es handelt sich dabei um Bäume, die beim Ausbau der Versmannstrasse gefällt wurden, und die zukünftig beim Aufbau von Spielgeräten im Park genutzt werden. Zum Konzept des Parks gehört auch eine höhlenartige Vertiefung direkt gegenüber der HCU, in der spielerisch ein archäologischer Bezug zu Hamburgs Untergrund hergestellt werden soll.

Herr Hügle erläutert anhand einer Skizze die Sichtachse vom Gedenkort zum ehemligen Hannoverschen Bahnhof

Herr Hügle erläutert anhand einer Skizze die Sichtachse vom Gedenkort zum ehemligen Hannoverschen Bahnhof

Abschließend erläuterte Johannes Hügle die Integration des „Gedenkort Hannoverscher Bahnhof“ in den Lohsepark. In einem Informations-Pavillon wird die Deportation von Juden, Roma und Sinti im Dritten Reich dokumentiert. Vom Gedenkort führt eine Sichtachse durch den Park auf die letzten bestehenden Elemente der Gleisanlagen des Hannoverschen Bahnhofs, und macht Geschichte so im Stadtbild sichtbar. Aktive Nutzung, spielerisches Lernen und historische Erinnerung – ein gelungenes Gesamtkonzept.