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HCU Orts-Begehungen zwischen Speicherstadt und Lohsepark offen für waterfont Mitglieder

Der Auftakt zum Lohsepark vor dem Eingang Ost der HCU

Der Auftakt zum Lohsepark vor dem Eingang Ost der HCU

Eines der Anliegen von waterfront e.V. ist es, eine Brücke zwischen Gesellschaft und Universität zu bilden. In diesem Rahmen erhalten die Fördermitglieder beispielsweise Zugang zu Themen und Personen der HCU. Im Sommersemester 2014 hat Christiane Sörensen, Professorin für Landschaftsarchitektur an der HCU und waterfront Mitglied, einige Orts-Begehungen innerhalb des Studienmoduls „Theorie der Landschaftsplanung“ auch für waterfront Mitglieder angeboten.

Ende Mai erläuterten Beth Galí und Rüdiger Würth vom Büro BB + GG Arquitects (Barcelona) auf einer Exkursion vom Magdeburger Hafen zum HCU Campus sowie in einer anschließenden Lesung die Gestaltung der Freiräume und insbesondere die Materialisierung der Bodenflächen in der HafenCity. Vom St. Annenplatz über den Dar-es-Salaam-Platz, an den Elbarkaden vorbei bis zum Buenos-Aires-Kai direkt vor der HCU haben BB + GG Arquitects ein Gesamtkonzept umgesetzt, in dem sich Farben und Materialien der Speicherstadt durch die gesamte HafenCity ziehen.

Die fachlichen Erläuterungen ermöglichten Einblicke in die Planung und Ausgestaltung der Freiflächen, die dem täglichen Passanten unter Umständen verborgen bleiben. So fragt sich der geneigte Betrachter beispielsweise, warum der St. Annenplatz so „dürftig“ mit Bäumen bepflanzt wurde – Rüdiger Würth erläuterte dazu, dass die denkmalpflegerische Planungsvorgabe an dieser Stelle eine möglichst uneingeschränkte Sicht auf die Fassaden der Speicherstadt gefordert hat.

Auf der Baustelle: exklusive Einblicke in Planung und Gestaltung

Auf der Baustelle: exklusive Einblicke in Planung und Gestaltung

Im Juni fand eine zweite Orts-Begehung statt: diesmal ging es um das Freiraumkonzept Lohsepark, der zurzeit auf der Fläche zwischen dem östlichen HCU Vorplatz und dem SPIEGEL Gebäude entsteht. Johannes Hügle vom Büro Vogt Landschaft (Zürich, London, Berlin) skizzierte die drei Bauabschnitte, die bis Ende 2016 fertiggestellt sein sollen. Den Auftakt des Lohseparks bildet dabei die Stufenanlage vor dem östlichen Eingang der HCU, mit der die Kai-Promenade auf historischer Höhe an das auf bis zu 8,40 Meter aufgeschüttete Hochwasserschutz-Niveau des Lohseparks angeschlossen wird.

Auf der Baustelle gewährte Johannes Hügle interessante Einblicke in die kommende Ausgestaltung des Lohseparks. Seit Wochen türmt sich ein Berg aus alten Baumstämmen auf dem Gelände – jetzt wissen die Exkursionsteilnehmer warum: es handelt sich dabei um Bäume, die beim Ausbau der Versmannstrasse gefällt wurden, und die zukünftig beim Aufbau von Spielgeräten im Park genutzt werden. Zum Konzept des Parks gehört auch eine höhlenartige Vertiefung direkt gegenüber der HCU, in der spielerisch ein archäologischer Bezug zu Hamburgs Untergrund hergestellt werden soll.

Herr Hügle erläutert anhand einer Skizze die Sichtachse vom Gedenkort zum ehemligen Hannoverschen Bahnhof

Herr Hügle erläutert anhand einer Skizze die Sichtachse vom Gedenkort zum ehemligen Hannoverschen Bahnhof

Abschließend erläuterte Johannes Hügle die Integration des „Gedenkort Hannoverscher Bahnhof“ in den Lohsepark. In einem Informations-Pavillon wird die Deportation von Juden, Roma und Sinti im Dritten Reich dokumentiert. Vom Gedenkort führt eine Sichtachse durch den Park auf die letzten bestehenden Elemente der Gleisanlagen des Hannoverschen Bahnhofs, und macht Geschichte so im Stadtbild sichtbar. Aktive Nutzung, spielerisches Lernen und historische Erinnerung – ein gelungenes Gesamtkonzept.