Vizepräsident der EU-Kommission Andrus Ansip zu Gast an der HafenCity Universität Hamburg: Erfahrungsaustausch zur Digitalisierung von Städten

Andrus Ansip, Vizepräsident der EU-Kommission und EU-Kommissar für den digitalen Binnenmarkt, traf am Donnerstag (22. März 2018) Vertreterinnen und Vertreter der HafenCity Universität Hamburg (HCU) und der Stadt Hamburg. Ansip informierte sich im CityScienceLab der HCU Hamburg über die digitale Strategie der Stadt Hamburg sowie aktuelle Lösungen aus der Forschung zur Digitalisierung von Städten.

Nach einer Begrüßung durch waterfront-Mitglied Prof. Dr. Gesa Ziemer (Vize-Präsidentin Forschung und Direktorin des CityScienceLabs der HCU Hamburg), stellte Matthias Wieckmann (Leitstelle Digitale Stadt der Hamburger Senatskanzlei) Hamburgs Pläne zur Digitalisierung vor. Mit der Strategie der Digitalen Stadt möchte der Hamburger Senat die Chancen des technologischen Fortschritts zur Verbesserung von Hamburgs Lebensqualität und wirtschaftlicher Attraktivität nutzen. Wie der Einsatz innovativer Technologien das Verkehrsmanagement in Hamburg weiterentwickeln kann, präsentierten im Anschluss Sebastian Hetzel (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) sowie Jeff Marengwa (Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer). Prof. Dr. Gesa Ziemer, Astrid Köhler (Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen) sowie Matthias Kuhr (Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg) zeigten den Gästen praktische digitale Lösungen zur Vermittlung von Prozessen der Stadtentwicklung, darunter der Location-Finder und das Projekt „FindingPlaces“ des CityScienceLabs und eine Virtual Reality Anwendung der HAW aus dem Gesamtprojekt „Speicherstadt Digital“ der Behörde für Kultur und Medien.

Prof. Dr. Gesa Ziemer: „Hamburg setzt konsequent darauf, digitale Lösungen in allen Lebensbereichen einzusetzen. Das ist kein Selbstzweck – ob in der Bildung, der Mobilität oder Stadtplanung. Wir wollen damit mehr Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger erreichen. Projekte wie FindingPlaces und Technologien wie die interaktiven Location-Finder ermöglichen neue Formen der digitalen Bürgerbeteiligung. Darüber hinaus bieten offene, urbane Datenplattformen eine besondere Chance für die Transparenz in der Stadtentwicklung und unterstützen weitere Innovationen.“

FindingPlaces, die interaktive Flächensuche für Flüchtlingsunterkünfte wurde im Auftrag der Stadt Hamburg vom CityScienceLab der HCU Hamburg von Februar bis September 2016 entwickelt und umgesetzt. Im vergangenen Sommer hatte das EU-Programm URBACT Hamburg für das Projekt „FindingPlaces“ als „Good Practice“-Stadt ausgezeichnet. Die EU-Auszeichnung als Good Practice-Stadt ermöglicht den 97 ausgezeichneten Städten einen breiten Erfahrungsaustausch im Bereich der nachhaltigen, integrierten Stadtentwicklung. Der Besuch Ansips in Hamburg intensiviert den europaweiten Dialog zum Thema. Ansip war von 2005 bis 2014 Ministerpräsident Estlands, das als Vorreiter für gelebte Digitalisierung gilt.